Das Finstere Haus in Chur

Am Donnerstag gibt's ein Heimspiel. Ich gastiere mit der TaK Produktion "in einem finsteren Haus" von Neill LaBute im Theater Chur und freue mich darauf!

Theater Chur, 31. Januar 2019, 20h

Zum Stück:

Drew ist 35 Jahre alt, ein reicher Anwalt und Familienvater. Und dennoch gehören «cool», «echt», «Alter» zu seinem Standardwortschatz, er scheint nicht erwachsen werden zu wollen. Vielleicht ist seine verkorkste Kindheit schuld daran, das Einzige, was er mit seinem älteren Bruder Terry teilt, Drews Gegenpol, einem seriösen Sicherheitsfachmann. Seit Jahren sehen sich die beiden möglichst selten, doch nun braucht Drew Terrys Hilfe: Eine aussereheliche Affäre, Kokain und Trunkenheit am Steuer haben Drew in eine psychiatrische Klinik gebracht. Um seine Frau und das Gericht milde zu stimmen, möchte Drew hier endlich «reinen Tisch» machen. Er eröffnet Terry, dass er als Junge von Todd Astin, einem Freund der Familie, sexuell missbraucht wurde. Terry soll dies Drews Therapeuten bestätigen, doch Terry ist vor allem erst einmal schockiert. Er hatte Drew damals vor Todd gewarnt – offenbar zu spät. Oder erfindet Drew das Ganze bloss? Falls ja, führt die Lüge zu neuen, unbequemen Wahrheiten, und je mehr Licht in das finstere Elternhaus von einst fällt, desto grösser werden die Schatten, die es bis in die Gegenwart wirft.

Der Krimi und Psychothriller des bekannten US-amerikanischen Autors Neil LaBute ist spannend erzählt und schlägt den Zuschauer bis zur finalen Enthüllung in Bann. Unerbittlich sezieren die Brüder ihre Kindheitsgeschichte, die von Gewalt, Schweigen und Missbrauch geprägt war, während die Familie nach aussen hin stets das Bild einer intakten Welt aufrechtzuerhalten verstand. In diesem finsteren Haus wurden alle diese Ereignisse verschwiegen und niemals aufgearbeitet. Erst jetzt reissen Drew und Terry den Vorhang des Schweigens herab, und was dabei ans Licht befördert wird, ist erschreckend, zeigt die Gewaltstrukturen in Familien auf und gibt trotz allem zuletzt Anlass zu Hoffnung: Ist erst einmal alles ausgesprochen, kann dies auch das Fundament für einen neuen Anfang sein.

mit: Susanna Hasenbach (Umbesetzung), Philip Heimke & Nikolaus Schmid

Regie: Oliver Vorwerk

Bühne & Kostüm: Christine Bertl