Die Fremdenindustrie

Aktualisiert: 22. Mai 2018

ein Stück Tourismus von Georg Scharegg



Graubünden ist schön und muss vom Tourismus leben, vom Angebot an Zweitwohnungen, von der Pistenkapazität am Sonntag, dem Wildbestand, der Urigkeit letzter Bergbewohner, dem Romanischen, der Unesco-RhB, neuen Naturparks und den Produkten der Bioalpwirtschaft. Aber Graubünden steht auch in Konkurrenz mit Österreich, Bayern und dem Wallis. Da darf man nicht schlafen, da muss man sich dem Wettbewerb stellen, lauter und preisgünstiger, aber auch unverfälschter, cooler und zeitgemässer agieren. In dieser Theatershow betreten potenziell alle mit der Fremdenindustrie auch nur peripher verbundenen Akteure in Form ihrer O-Töne und wörtlichen Aussagen die Bühne des Theater Chur. Dabei erobern Texte, die niemals für die Bühne gedacht waren, diese im Handstreich. Aus den Sprachblüten der Tourismuswerbung und aus knochentrockenen Bauverordnungen wird einfühlsame Poesie. Und die sonst streng getrennten Disziplinen der Populär- und Hochkultur geben sich in derselben Show die Türklinke die Hand. Die Wahl von nicht-literarischen bzw. nicht-dramatischen Texten ist ein Markenzeichen des in Berlin lebenden Bündner Theatermachers Georg Scharegg. Dabei erweitert er das Spektrum der theatralen Darstellungsformen und stellt Realmaterial in unerwartete Kontexte.



Konzept/Regie: Georg Scharegg Raum: Silke Bauer Kostüme: Ursina Schmid Dramaturgie: Martina Mutzner Livemusik: Guido Decurtins, Michel Estermann, Augustin Maissen, Fredy Manser Video: Paula Redlefsen Regieassistenz: Eveline Eberhard Mit: Sara Francesca Hermann, Felicitas Heyerick, Lorenzo Polin, Nikolaus Schmid, Christian Sprecher Projektleitung: Kulturist GmbH – Nathalie Buchli Produktion: Kulturist GmbH - Nathalie Buchli Koproduktion: Theater Chur



Premiere:

10. Januar 2013 Theater Chur